Werner Kopfmüller trifft Jörg Widmann
Shownotes
Felix Mendelssohn Bartholdy hat von Leipzig aus die Welt der Musik verändert wie kaum ein anderer und Leipzig zur Musikweltstadt gemacht. Wir wollen wissen warum. Und deshalb spricht Werner Kopfmüller heute mit: Jörg Widmann, Komponist, Klarinettist, Dirigent und Träger des Internationalen Mendelssohn-Preises Leipzig 2026 in der Kategorie „Musik“.
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00:00:07: Felix Mendelssohn Bartholdi hat von Leipzig aus die Welt der Musik verändert und Leipzig zur
00:00:13: Musik
00:00:14: stattgemacht.
00:00:15: Wir wollen wissen,
00:00:16: warum?
00:00:17: Und deshalb spricht der Musikjournalist Werner Kopfmünder heute mit dem Komponisten Clarinetistin und Dirigenten Jörg Wiedmann.
00:00:27: Mendelsson Preisträger Leipstick,
00:00:32: Alles
00:00:33: Felix, der Podcast von Mendelssohn
00:00:35: aus Leipzig.
00:00:38: Ich begrüße sehr herzlich Herrn Jörg Wiedmann, Clarinetist, Dirigentkomponist.
00:00:44: Wäre das jetzt auch so die Reihenfolge mit der sie sich selbst vorstellen täten?
00:00:48: Musiker!
00:00:49: Also die Reihenfolge tut nicht so Sache.
00:00:51: höchstens chronologisch sozusagen, was als erstes in meinem Leben war.
00:00:55: Und da war die kleine Nette zuerst.
00:00:56: Erwidmann Sie Wahn zuletzt in Leipzig bei den Mendelsund-Festtagen, zwei Tausend Zweiundzwanzig.
00:01:03: Dem vorausgehend waren sie in Leipsich ja schon mal Gewandhauskomponist der erste seiner Art, zwei tausend siebzehn achtzehnt zur Jubiläumssaison des Gewandtes Okisters.
00:01:11: Jetzt werden wir sie erneut begrüßen zum Mendelsunfesttag, zweitausend sechsund zwanzig weil sie den internationalen Mendelssohn-Preis Leipzig, in der Sie sich als Ausführender Musiker, Komponist oder Mensch
00:01:29: fühlen.
00:01:29: Also zunächst mir ist das ein wirklich... Ich muss dieses altmodische Wort benutzen, eine ganz große Ehre diesen Mendelssohnpreis zu erhalten.
00:01:37: Als ich diese Nachricht bekommen habe über Elena Baskirova hab' ich mich wirklich sehr gefreut.
00:01:44: Warum?
00:01:44: Weil es schlicht und einfach mit dem Namen Mendelsson verbunden is'.
00:01:48: Ich kann es eigentlich bei Mendelssoon kaum trennen!
00:01:51: Es gibt ja diese wunderbare beim Shot Verlag eine sehr schöne Dokumentation aller Zeugnisse, die Robert Schumann über Mendelssohn geschrieben hat.
00:02:02: Und da merkt man auch ... Die Noblesse seiner Musik lässt sich von der wirklich der Generosität seines Mensch-Signs überhaupt nicht trennen.
00:02:12: Insofern was mir sehr nahe natürlich ist.
00:02:14: aber niemand darf sich mit einem solchen CD wie Mendelsson überhaupt vergleichen oder gar auf eine Stufe stellen.
00:02:20: Aber was tatsächlich mir sehr Nahe ist eben das ... Mendelssoon stand fast jeden Tag jede Woche vor einem Orchester.
00:02:28: Und vor was für einem, ja?
00:02:30: Das merkt man seinen Partituren an und ich hoffe auf andere Weise dass man meinen partituren das auch anmerkt, dass der jemand ist, der Praktiker isst, der sozusagen nah am Klang ist, das Herstellen des Klangs kennt und dem es bewusst ist die Schwierigkeiten des Herstellens von Klang, aber auch die Schönheiten und die Möglichkeiten eines Orchester.
00:02:54: Das finde ich bei Mendelssohn neben der unnennbaren Schönheit seiner Musik Und diese frühe Genie etc.
00:03:02: Da werden wir sicherlich gleich drüber sprechen, aber das merkt man in seiner Musik eben doch sehr, dieses Erz-Praktiker!
00:03:08: Der kennt uns Musiker.
00:03:10: Das ist später dann bei Mahler auch... Also Mahler schreibt ja sehr oft nicht schleppen.
00:03:15: In der Symphonie des...
00:03:16: Aus der Musikerperspektive?
00:03:18: Das kann nur jemand schreiben, der weiß, Mensch da wird ein Orchester gerne schleppen und das gibt es beim Mendelssohn nicht so explizit, aber in Crescendo zum Beispiel schreibt er oft zwei Takte später, weil er genau weiß, Mensch wir krechen dir sowieso schon zwei Takte.
00:03:32: Davor bin ich überzeugt!
00:03:33: Weil Sie gerade das junge Genier ansprechen... Bei den Mendelsund-Festtagen zum Eröffnungskonzert, das ja gleichzeitig auch das Benefitskonzert ist zugunsten des Mendelsunhauses haben sie ja das Programm gestaltet und die Auswahl wird sein.
00:03:47: Sie beginnen selbst mit dem Adantesatz aus der Clarinettensonate gefolgt von ihrer Fantasie für Clarinette dann die Paraphrase über den Hochzeitsmarsch, den ihre Schwester spielen wird und zuletzt noch die Kinderreime und Nonsensferse.
00:04:00: Warum diese Auswahl und auch diese Abfolge?
00:04:04: Also zunächst Klarinettensonate, namentlich das Andante des fünfzehnjährigen Mendelssohn waren meine erste Begegnung mit Mendelsson.
00:04:14: Weil ich hatte einen wunderbaren argentinischen Klarinettenlehrer der sich einfach ans Klavier gesetzt und gesagt, komm jetzt spielen wir mal diese Mendelssonsonate.
00:04:22: Das war wahrscheinlich ein bisschen zu früh, ich konnte das alles noch nicht ganz aber ich habe mich namentliche in dieses Andante sofort verliebt Und viele Jahre später hatte ich dann den Traum da eine Instrumentation davon zu machen und ich habe das auch instrumentiert.
00:04:38: Ich hab den clarinetten Part unangetastet gelassen, aber für Streicher Chelester Hafer.
00:04:44: also ich wollte diese etwas psychedelische Kinderzimmeratmosphäre weil der war ja ein halbes Kind noch das vergisst man ja immer und dieses Stück wollte ich bei dieser Preisverleugung unbedingt sozusagen auch als Statement als erstes spielen.
00:04:57: warum?
00:04:58: Weil dieses Stück so gut wie nie im Konzertzahlen zu hören ist.
00:05:03: Selbst meine alles am wunderbaren Kolleginnen und Kollegen spielen dieses Stück, die Mendelssohn-Klarinetten-Sonate eigentlich sehr selten im Konzert.
00:05:11: Schumann-Fantasiestücke wirklich spielt die Brahmssonaten zurecht aber die Mendelsohn Sonate nicht und ich setze mich wirklich also seit ja seit vielen Jahren einfach für dieses Stück ein.
00:05:22: weil warum?
00:05:24: Weil dieser zweite Satz der geht los könnte auch heißen Lied ohne Worte Wichtige Mendelssohn-Titel.
00:05:31: Das geht los... Allein wenn man das hört, es kann nur Mendelsson sein!
00:05:40: Ich gebe zu im ersten Satz kann er sich noch nicht in dem Alter, noch nicht ganz entscheiden ob er in die Beethoven Richtung gehen will oder Rossini ist ganz interessant in diesem Ersten Satz.
00:05:49: Es ist sehr heterogener und ein toller Satz den ich auch liebe aber der ist noch sehr heterogän.
00:05:55: Der dritte Satz ist auch wieder ganz typisch Mendelssondes nämlich fast eine Bachsche Doppelkörigkeit, unglaublicher Kontrapunkt.
00:06:02: Was der mit Fünfzehn konnte allein schon an können.
00:06:06: Der Mendelssonche-Kontrapunkt hat immer etwas Glühendes auch schon in dieser frühen Sonate und der arme Pianist oder die Pianistenmuster sozusagen zig Chor und Orchester imaginierte Stimmen spielen und die clarinetten Part geht eigentlich aber gerade diesen zweiten Satz.
00:06:22: den wollte ich da rausgreifen und eben ganz bewusst als Motto so zu sagen an den Anfang dieses Festkonzert des Stellen.
00:06:29: Und dann geht es ja weiter mit ihrer eigenen Fantasie und der Paraphrase, das ist dann ein Querschnitt durch ihr Övre oder wie darf man das verstehen?
00:06:38: Also die Fantasies einfach nicht ganz so früh als die Minneson, aber ich war auch jung, ich war neunzehnt als ich das Stück geschrieben habe und diese Stück gehört zu mir.
00:06:48: Ich hab eigentlich aus dieser Zeit also im Jahr Sie ... Wann ist es in der Zeit?
00:06:54: Dreiundneunzig, glaube ich sogar schon.
00:06:56: Habe ich eigentlich die meisten Stücke zurückgezogen weil ich meine eigene Stimme noch nicht darin sehe aber sehr wohl was sich damals bewundert haben welche Musik ich gehört habe.
00:07:06: Aber diese Fantasie, was die Lust an der Vertosität anbelangt Da stehe ich immer doch dazu und die ist mir nach wie vor sehr nahe.
00:07:16: Und zumal meine Schwester ja in Leipzig lebt und Professorin für Violine dort ist, lag es nahe dass sie dieses Stück was ich ja für Sie geschrieben habe nämlich die Paraphrase über den berühmten Hochzeitsmarsch von Mendelssohn.
00:07:30: Dass sie das bei dieser Veranstaltung spielt, was sich sehr anruhrend finde, dass sie das tut und sie spielt das unvergleichlich toll und virtuos.
00:07:38: Der Anlass ist vielleicht interessant auch im Zuge jetzt diese Verleihung des Mendelsson Preises.
00:07:44: Es war so, dass der berühmte Architekt Daniel Liebeskind hat meine Schwester und mich angesprochen.
00:07:51: Er würde gerne ... er kam dann auch mal nach New York zu einem Konzert von mir, kam ja hinter die Bühne und hat gesagt Ja ich möchte meine Tochter heiratet!
00:08:02: Und ich möchte ihr etwas schenken.
00:08:05: was bleibt?
00:08:05: also?
00:08:07: nicht etwas Vergängliches sondern irgendetwas was bleibt.
00:08:10: und ich möchte ein Stück in Auftrag geben.
00:08:14: Und er hat auch gar nicht gesagt über Mendelssohn, das kam mir dann relativ bald.
00:08:18: Mensch Hochzeit.
00:08:20: Was ist die berühmteste Hochzeitsmusik der Welt?
00:08:23: Der Hochzeitzmarsch von Mendelsson und dieses allein.
00:08:27: wenn man dieses Intervall hört, wenn man nur den Akkord hört nach dem ... dieser Akkorde, die immer nur den akkord hat auf der ganzen Welt wird man sagen ja Mendelsohn Hochzeizmarsche Dieser Akkord ist aber nicht irgendeiner.
00:08:43: Da ist ein Tritonus drin, Diabolus in Musiker was auch immer er über die Ehe sagen wollte oder als Drohung oder als Warnung oder dass man vorsichtig sein soll das fand ich doch immer ziemlich militant muss ich sagen.
00:08:58: dieser berühmte Hochzeitsmarsch da wird selten drauf hingewiesen aber der geht mit einer riesen Dissonanz los.
00:09:04: also ich finde es einen interessanten Punkt Und ganz in der Tradition des neunzehnten Jahrhunderts habe ich diese Paraphrase gestaltet.
00:09:13: Es gibt ja eine Vielzahl von Parapharasen über berühmte Stücke im Neunzehnjahrhundert für Solo-Instrumente, für Klavier vor allem aber auch für Geige-Solo und das ist ganz aus dem Geiste des neunszehnte Jahrhunderte gedacht.
00:09:26: eine hoch virtuose, wie der Titel sagt, Paraphrasi über Mendelssohn's Hochzeitsmarsch
00:09:32: dem neunzten Jahrhundert herausgedacht, aus der Tradition herraus gedacht.
00:09:36: Es ist ja eine Zuschreibung die sie wahrscheinlich oft über sich hören.
00:09:41: dass Sie es vermögen eine Einheit zwischen Tradition und Gegenwart herzustellen sagen kundige Kollegen unter anderem der Frankfurter Allgemeinzeitung.
00:09:50: meine Frage wäre jetzt probier zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts oder nach dem ersten Viertel eigentlich alles mal durchgespielt haben, was es an Stilen-Richtungen ästhetischen Positionen gibt.
00:10:00: Minimalismus, Postminimalismus spektrale Musik, New Complexity in Leipzig vertreten, Rückkürzerturnalität online aus der Rockpop Kultur Hip Hop.
00:10:11: würden Sie sagen dass wir jetzt einen Punkt gelangt sind wo ja wir erkennen müssen oder erkennen können das der rückbezug zur Tradition Königsweg in die Zukunft sein wird.
00:10:22: Würde ich nicht sagen, das muss jeder für sich entscheiden und das Schöne ist.
00:10:27: einer meiner Lehrer Hans-Werner Hänze wurde glaube schon in den achtziger Jahren mal gefragt etwas pauschal aber doch gute Frage wo stehen wir heute?
00:10:35: Und er gab die sehr gute und kluge Antwort jeder woanders was hier eine sehr schöne Antwort finde und die gilt heute noch viel mehr also die viel geforderte Diversität und Pluralismus.
00:10:49: Hier wird sie gestalt.
00:10:51: Also, heute haben wir bis hin zu einer Unübersichtlichkeit übrigens auch dagegen gar nichts zu sagen.
00:10:57: ich finde das ehrlich gesagt etwas Schönes aber diese Art von Schulen die noch meine Lehrer sozusagen kennengelernt haben und mit überwinden mussten.
00:11:06: also mir hat natürlich Hans Weiner Henze da viel erzählt Wolfgang Riem der mein Lehrer war.
00:11:12: also damals gab es ja tatsächlich noch ein bisschen Musikpolizeiliche Vorschriften man möge so oder Man solle komponieren, also Serialismus oder dodecafonisch.
00:11:24: Oder wie auch immer ... Aber da gab's wenigstens etwas gegen das ich mich richten konnte.
00:11:28: Verstehen Sie?
00:11:29: Da gab es sozusagen ... Da konnte ich mich abgrenzen und nicht mitmachen.
00:11:34: Heute ist eigentlich die absolute Freiheit!
00:11:37: Und das ist für uns Komponistinnen und Komponenten überhaupt nicht einfacher.
00:11:42: Weil der Horror-Vacuit, sondern das leere Blatt was beschrieben werden will.
00:11:47: Also ich muss vielleicht noch mehr als früher in früheren Zeiten.
00:11:51: Ich mein, Beethoven konnte noch sozusagen mit seiner ersten Symphonie durch diesen Dominanzept-Akord der ja noch eine Distonanz war also die Leute damals müssen ja gedacht haben also mindestens einen Akkord habe ich verpasst!
00:12:04: Also ich bin zu spät gekommen.
00:12:06: Der konnte sozusagen all seine wirklich revolutionären Ausnahmen ja formulieren, weil es eine Regel gab.
00:12:14: Weil ein Stück einfach mit einem Einklang zu Beginn hatte – mit einem Duo-Akord oder einem Mollakord.
00:12:19: Aber jedenfalls nicht so wie die Wetthofen I. Da konnte er sich sozusagen noch abgrenzen.
00:12:23: also heute ist es nicht unbedingt leichter aber sie haben all diese Strömungen genannt Und ich finde das eigentlich was Schönes auch.
00:12:34: Oder dass man mittlerweile wieder spürt, wenn jemand aus Südamerika kommt... ...dass sich das höre in der Musik.
00:12:41: Ich finde es etwas Wunderbares!
00:12:43: Wenn jemand aus Kandinavien kommt, dass das anders klingt.
00:12:47: Also ich finde da diese Vielfalt sehr schön.
00:12:49: Sie haben von dem Königsweg gesprochen.
00:12:51: Weiß ich nicht also ich weiß es auch nicht ob man alles was ich mache auf diesen Nenner bringen kann.
00:12:56: Ja mir ist das sehr wichtig sozusagen.
00:12:58: dieses Zeiggenessische Philosoph Otto Marquardt formuliert es sehr schön.
00:13:04: Zukunft braucht Herkunft, also ein ganz richtiger und ganz wichtiger Satz.
00:13:10: Und jemand wie Schoenberg der nun wirklich die Musikgeschichte revolutioniert hat – wie viel leicht nur Beethoven und ganz wenige andere?
00:13:17: Der hat doch sein ganzes Leben lang gesagt ich mache doch nichts anderes als Brahms!
00:13:22: Das ist sehr interessant.
00:13:23: ja wir sehen ihn als revolutionär was er zweifellos ist, ihm war aber diese Rückbindung wichtig.
00:13:29: Also ich wäre da sehr vorsichtig sozusagen auch mit dieser Einordnung.
00:13:33: was ist jetzt konservativ?
00:13:35: Was ist progressiv?
00:13:37: Ich finde persönlich das tolle an der Musikgeschichte dass im gleichen Jahr in dem Richard Strauss seine letzten ja goldglühenden Abgesänge auf die Schönheit gesungen hat also die vierletzten Lieder, dass im gleichen Jahr die erste bzw zweite Klavier Sonate von Pierre Boulez entstanden ist.
00:13:55: Also nun das absolute Gegenteil davon und ich war ja sehr nahe mit Boulez nicht nur menschlich, künstlerisch aber eben auch geografisch weil ich damals in Freiburg lebte er in Baden-Baden und der wurde mal gefragt in seinen letzten Lebensjahren was er denn noch ob es noch etwas gibt was er wirklich noch lernen möchte was er dirigieren möchte?
00:14:15: Und der sagte komplett überraschend Strauss Arabella Boulets nun gar nicht verbindet.
00:14:23: Also ich würde da gerne dafür werben, dass man das gar nicht unbedingt kategorisiert und einen Königsweg gibt es sowieso nicht.
00:14:30: Ich halte es eher mit Beckett also ich kriege es nie genau hin.
00:14:34: Try fail try again fail again try again Fail better!
00:14:40: Also besser Scheitern in jedem neuen Stück wieder neuen Anlauf nehmen.
00:14:45: Scheittern würde man jetzt über sie und ihre Karriere sicherlich nichts sagen.
00:14:49: Es ist ja bei ihnen doch Ein Charakteristikum, dass sie sowohl bei den Spezialfestivals aufgeführt werden als auch in Gewandtasorchester Berliner Philharmonie, wo jetzt ein Publikum sitzt, das nicht zu den Spezialfestivals fährt.
00:15:06: Gibt es da für Sie einen Unterschied?
00:15:08: Dass Sie sagen ich freue mich über den Applaus des Publikums bei so einem Festival mehr oder anders als wenn ich im Gewandtsorchester aufgeführt werde?
00:15:18: Das ist eine gute Frage.
00:15:19: Also zunächst nochmal mit dem Scheitern, das war gar nicht kockett gemeint sondern ganz ernsthaft weil ich verspreche Ihnen auch wenn ich jetzt ein Stück geschrieben habe und den letzten Doppelstrich gemacht habe und dann paar Tage oder paar Wochen später ein neues Stück beginnen.
00:15:35: Ich versprechse Ihnen es kommt mir jedes mal wieder wie der Punkt Null vor.
00:15:40: Das ist natürlich eine Illusion.
00:15:41: Natürlich habe ich die Erfahrung des vorigen Stückes gemacht, aber der Anfang ist jedes Mal wieder so schwer für mich.
00:15:49: Vielleicht mache es mir auch zu schwer am Anfang.
00:15:52: Vielleicht mach' ich's mehr am Schluss eines Stückes zu leicht!
00:15:54: Also am Schluss ein Stückes – ich denke an meine Babylon-Oper – das siebte Bild hab ich in wenigen Tagen geschrieben und hab dann bei der revidierten Fassung so gut wie nichts geändert.
00:16:06: nicht immer ein Zeichen für Qualität, ob ich jetzt fünfzig Jahre an was schreibe.
00:16:10: Es kann trotzdem schlecht sein oder ja es kann alles passieren.
00:16:14: also aber am Schluss eines Stückes würde ich doch sagen habe ich das Gefühl einer traumwanderischen Sicherheit.
00:16:20: so dass muss im Kontrabass das kommt ins englisch raun und es fließt.
00:16:25: und diese traumwandlerische sicherheit habe ich nie am Anfang eines stückes und bezweifle immer schon die zweite not.
00:16:31: also das noch um das thema abzuschließen Was für mich, also ich mach diese Unterscheidung eigentlich nicht.
00:16:37: Also da bin ich ganz Schönberg-Jahner.
00:16:40: Kunst.
00:16:41: den ersten Satz von Schönberg kann man Arken Zweifel ziehen.
00:16:45: Kunst kommt nicht vom Können.
00:16:47: Da sind wirklich viele Zweife angebracht.
00:16:50: aber was ihm wichtiger war, Kunst kommt von Müssen.
00:16:53: Ich muss etwas schreiben und wissen Sie dann kann ich auch weder das Spezialfestival für neue Musik bitten Um Erlaubnis bitten, ob es Ihnen auch recht ist oder das Abonnement Publikum der Berliner Philharmonie eine Umfrage machen.
00:17:08: Ja gefällt's Ihnen auch?
00:17:09: Kann ich das machen?
00:17:10: Sondern nein!
00:17:11: Da muss sich natürlich das schreiben was ich schreiben muss und werde ja auch mal gelobt von der einen oder der anderen Seite aber eben genauso auch kritisiert dafür.
00:17:21: Und das auch gut so Das auch richtig so.
00:17:24: Ich kann ja nur durch mein nächstes Stück sozusagen darauf wieder wieder antworten.
00:17:30: Aber insofern erfahre ich, weil ich eben ... In beiden Feldern gleichzeitig tätig bin.
00:17:37: Erfahre aber auch Kritik von Beiben.
00:17:39: Also seit ich spiele und komponiere, kenne ich die Kritik.
00:17:44: Mensch!
00:17:44: Spielen Sie schön, Klarinette?
00:17:46: Warum schreiben sie so hässliche Musik?
00:17:48: Ja also jetzt ums Salopp zu sagen oder aus neuen Musikkreisen.
00:17:53: Aber das ist schon arg schön.
00:17:56: diese Wittmannschen Musik oder dieses Stück.
00:17:58: Das ist schon sehr schön, sehr verdächtig schön und so.
00:18:01: Verstehen Sie?
00:18:02: Ich glaube daran ich kann nur das schreiben und außerdem wenn ich mal was gemacht habe also ich probiere wirklich mich nicht zu wiederholen in einem stück wenn ich.
00:18:11: deshalb sind meine Stücke oft auch sehr extrem.
00:18:13: wenn sie.
00:18:13: ich nehme jetzt mal Zwei extreme Stücke, das Stück Lied für Orchester.
00:18:18: Das ist ein Schubert-Hommage wo es fast nur Weiches gibt und fast durchgehend Tonalität.
00:18:23: Es gibt keinen normalen tonalen Akkordein im Stück aber es ist ein tonales Stück plus minus Und als Gegenstück Tartaros für Ensemble Wo zehn Minuten nur Konsonanten sind Nur lärm, nur laut und nur Dissonanzen.
00:18:39: Da würden manche Leute gar nicht denken dass der gleiche Komponist ist.
00:18:43: Aber vielleicht mein Starzeichen ist Zwilling.
00:18:46: Also ich brauche diese beiden Extreme und manchmal ist es sogar so, wenn ich ein Stück geschrieben habe dann schreibe ich ganz bewusst das Gegenstück dazu als nächstes Stück.
00:18:56: deshalb kann man meine Stücke finde ich schwer auf einen Nenner bringen.
00:18:59: Das sollen lieber Leute von außen tun.
00:19:01: Es ist für mich schwer sie auf einem Nennen zu bringen
00:19:05: Als Vermittler oder in einer Funktionenrolle die ich jetzt zunächst ausgespart hab die sie aber auch mit Mendelssohn verbindet.
00:19:11: Die ist die des Pädagogen.
00:19:13: Also auch da besteht ja eine Verbindungslinie.
00:19:17: Sie unterrichten Kompositionen an der Barenbäumseid-Akademien Berlin, kümmern sich also um den musikalischen Nachbuchstor hat?
00:19:24: Was gibt man der heutigen Generation von Komponisten heranwachsenden Komponsisten auf dem Weg?
00:19:30: Leichter wird es ja nicht!
00:19:31: Nein, leichter wird's wirklich nicht.
00:19:34: Ich habe lange unterrichtet in Freiburg und zwar Klarinette, sechszehn Jahre davon die Hälfte... auch Komposition und im Moment unterrichte ich ihm an der Bahn bei dem Seid Akademien Berlin Komposition.
00:19:47: Ich habe mich kürzlich mit dem wunderbaren Gideon Kremer ausgetauscht, den ich zufällig übrigens im Hotel in Riga in seiner Heimatstadt getroffen habe.
00:19:56: Und er ist jetzt über achtzig und er sagtet ein ganz nachdenklichen ... Bei ihm immer nachdenklichen und nachdenkenzwerten Satz.
00:20:06: Er sagte ja, und eines Tages werde ich nicht mehr da sein.
00:20:12: Und wenn ich das für mich behalte, was ich weiß, dann wird das ja auch verloren
00:20:16: sein.".
00:20:16: Also eine ganz einfache Weisheit also gebe so viel Ich kann!
00:20:23: Das würde ich sagen.
00:20:26: Einzelunterricht natürlich mit den Kompositionsstudenten.
00:20:31: Wir machen aber regelmäßig auch Gruppen Stunden, wo jeder seine Stücke zeigt.
00:20:35: Wo wir alle über die Stücke diskutieren.
00:20:38: und auch sehr angeregt euch meine Studenten von denen ich sehr viel lerne.
00:20:43: Ich sage das ganz bewusst sie von mir hoffentlich auch aber ich nehme von denen auch ganz viele Anregungen.
00:20:48: mit laden wir auch mal ab und an einmal pro Semester die ganze Schule ein.
00:20:52: Wir sind ja relativ klein Aber da laden wie wirklich die Instrumentalisten und Komponisten-Dirigenten laden und stürzen uns auf ein modernes Stück oder auf Schuhmann, auf Mendelssohn.
00:21:05: Und arbeiten richtig drei, vier Stunden mal an einem Stück das man wirklich tief eintauchen kann.
00:21:11: Das letzte Mal haben wir über einen Stück von Mozart gearbeitet sein Quintet-Köchel forty-zweiundfünfzig wo Mozart schreibt an seinen Vater.
00:21:20: hiermit sende ich Ihnen das Beste was ich noch je geschrieben habe Und das ist nicht die Zauberflöte, die es noch gar nicht gab und nicht Don Giovanni.
00:21:29: Sondern eben dieses Quintet für Klavier- und Vierbläsern.
00:21:32: Das sind beglückende Momente.
00:21:34: wenn man dann sieht... Sie wissen ja gerade bei uns jetzt wo der Naoskonflikt so entsetzlich tobt unsere Schule ist ja gerade für Israelis und Araber vor allem und sie können sich vorstellen dass diese Konflikte sicher durch die Familien ziehen Und diese persönlichen Schicksale beeinflussen, dass es überhaupt keine einfache Zeit ist für unsere... Auch an unserer Schule.
00:21:58: Aber solche Momente sind so beglückend!
00:22:01: Weil ich will's nicht verklären das ändert ja nicht die Probleme und wir ändern auch nicht.
00:22:07: Wir beenden leider nicht in der Auskonflikt.
00:22:10: Wir würden alle viel darum geben.
00:22:12: aber was wir können?
00:22:14: Ist an der Schule und das ist bei uns schon wirklich etwas Besonderes wenn dann diese Drei, vier Stunden vorbei sind.
00:22:21: Die Studierenden gehen auch gar nicht nach Hause sondern die stehen noch lange und diskutieren über eine bestimmte Mozartstelle.
00:22:29: Und allein wenn sowas gelingen kann dass diese Leute die so auch politisch wirklich vollkommen konträrer Meinung sind Also streiten im schönsten Sinne über Mozart und mit leuchtenden Augen.
00:22:42: also Das klingt vielleicht für jemanden, der uns jetzt so etwas Klischee erhaft oder man denkt Mensch ja also der verklärts jetzt doch bisschen.
00:22:50: Das sind natürlich einzelne Momente aber das können wir machen.
00:22:53: Vielleicht
00:22:53: zuletzt nochmal eine Frage unsere Zeit betreffend und auch da wieder der Brückenschlag zu Mendelssohn denn Mendelsson ist ja Zeitgenosse gewesen von Goethe und Goethey beschrieb die Zeit am Ende seines Lebens in der ja auch Mendelssoon groß geworden ist als veloziferisch.
00:23:08: Dieses Kunstwort bezeichnet zusammengesetzt als Velocitas, die Eile und Lucifer der Teufel.
00:23:15: Diese teuflische Eile, die Einzug gehalten hat in den Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, achtzehnzwanziger, dreißig Jahre durch die Beschleunigung im technischen Fortschritt.
00:23:25: Ich behaupte jetzt mal wir leben auch in einer Zeit der maximalen Akzelleration der Beschleumigung Und da haben wir das Stichwort KI noch gar nicht benannt.
00:23:35: KI führt schon Regie in Bayreuth bei dem Eräuter festspielen.
00:23:39: Wie weit wird das noch kommen und wird KI irgendwann auch ihren Berufsstand gefährden?
00:23:46: Oh, da sprechen Sie ein großes Thema an!
00:23:48: Ich weiß gar nicht ob ich dazu berufen bin etwas zu sagen.
00:23:51: Ich mache mich im Moment erst kundig und ich möchte mich einfach erst informieren.
00:23:58: italienischen mit einem KI-Team in Kontakt, die an mich kontaktiert.
00:24:03: Die wollen in Kontakt und einfach erstmal zu schauen wie können wir es nutzen für uns im guten künstlerischen Sinn?
00:24:11: Ich will's gar nicht von vornherein verteufeln aber ich sehe große Gefahren.
00:24:14: Aber das ist ein großes Thema!
00:24:15: Ich würde gerne auf den kompleten Punkt ihres Goethe Zitats gerne antworten Auch Götters Analyse der Acceleration und Velocitas, also Geschwindigkeit der Zeit.
00:24:29: Da würde ich gerne als Kontrapunkt wenn ich das sagen darf eines zu bedenken geben.
00:24:34: Wenn wir vom Dirigenten Mendelssohn eines wissen ist dass er zügige Tempi geliebt hat auch in den langsamen Setzen.
00:24:43: die andante Sätze hat er gerne zügig gemacht.
00:24:46: Er war bekannt für flexible und schnelle Tempi.
00:24:50: Also, das würde ich zu Bedenken geben und auch bei Mendelssohn gibt es so etwas wie ein Temporausch im schönsten Sinne.
00:24:58: Ja?
00:24:59: Und ich liebe das auch wirklich gerne da an den Rand zu gehen!
00:25:03: Und jetzt ist glaube ich weil wir gerade von der Frage mit der Bahnbäume Said Akademie kommen mit dem verschiedenen Konfessionen vielleicht auch wirklich der konkrete Zeitpunkt gekommen, um über mein Leib- und Magenstück von Mendelssohn zu sprechen.
00:25:16: Nämlich die Reformationszymphonie weil man dort wirklich alles über das wir gerade sprechen eigentlich gut auch wer Mendelsson war gut besprechen kann.
00:25:26: also dieser wie geht's los mit einem Demol Kopf Satz der ist so nachts schwarz und so tot ernst.
00:25:35: dieser Satz ja.
00:25:37: welche anderen symphonischen Sätze in dem all kennen?
00:25:40: wir?
00:25:40: Beethoven neun Bruckner neun, Schumann vier.
00:25:45: Mozart.
00:25:45: neben zehn ist es die Todestone Art Demo, Klavierkonzert, Requiem etc.
00:25:50: Auf diesem Niveau komponiert Mendelssohn hier.
00:25:52: Ich sage das ganz bewusst.
00:25:53: Das ist ungeheuer komponniert.
00:25:56: Das Pariser Orchester hat sich damals geweigert die Urführung zu spielen weil sie sagten naja es ist zu gelehrt zu kontrapunktisch und sie sagen keine Melodien, wo man heute ja nur hell auf lachen kann weil man ja aus der Reformation zu von ihnen nicht mit unter fünf Ohrwürmern rausgeht.
00:26:12: So!
00:26:13: Mit diesem Kopf-Satz eröffnet er es.
00:26:16: Was kommt dann?
00:26:17: Dann kommt ein Skertzusatz Der Wien schlag ins Gesicht ist was ich nur mit Mozartischer Musik vergleichen kann also der traumhafte langsame Sätze schreibt Und dann im clarinetten Konzert nichts gewesen Tränen weg Leben geht weiter Und so ein Moment, aber noch mehr Ohrfeige ist es Mendelssohn Schesker zu in der Reformation.
00:26:36: Das ist so heiter und das hat mit dem Ort zu tun wo ich geboren bin und wo ich lebe nämlich mit München.
00:26:43: da schreibt er an die Fanny du das hättest du hören sollen das glaubst du nicht?
00:26:48: Da habe ich also eine hochheilige katholische Frauen-Leichnahmsprozession gesehen und nur ein paar Meter entfernt eine bayerische Blaskapelle und das ging zusammen!
00:26:57: Die haben sich nichts genommen.
00:26:58: und da gibt's Jodler Figuren in den Obon im Trio.
00:27:07: Mit großer Eleganz, aber darauf bezieht er sich!
00:27:10: Wie kriege ich denn dieses Katsu zusammen mit diesem Kopf-Satz?
00:27:12: Das ist wirklich komponierend im Wortschritt.
00:27:15: Die gehen gar nicht zusammen.
00:27:17: Das Heterogene unserer Welt – das ist dort repräsentiert.
00:27:22: Der dritte Satz ist ja nun eindeutig ein autobiografisch jüdischer Satz.
00:27:29: Man kann es gar nicht anders deuten, das geht los mit diesem Vorhang in den Streichern und dann singt eine Sopranistin in dem Fall die ersten Geigen und zwar diesen Themenkopf kennen wir von diesem israelischen Volkslied Shalom al-Ahem fast wörtlich.
00:27:51: Also das ist eindeutig, dieser G-Mollsatz.
00:27:53: Das ist ein jüdischer Satz.
00:27:54: Dann geht da sogar so weit dass er in dem Rezitativ innerhalb dieses langsamen Satzes zitiert Erbach aus der Matthäus Passion und zwar nicht irgendeine Stelle sondern die Stelle als Christus stirbt.
00:28:06: und wenn der Evangelist sagt UND VERSCHIEHT Da kommt in den Gang... Wo ich immer sehr mit den Orchester arbeit, dass wir es ganz fahl spielen Dreifaches Piano gar keinen Vibrato.
00:28:23: Und dann kommt die Reprise!
00:28:25: Ich habe Gänsehaut, wenn wir nur darüber sprechen und dann kommt diese... Kommt noch mal in der Flöte wie ... Ja ich kann es gar nicht anders sagen.
00:28:33: Himmlischen Echo.
00:28:35: Dann im Vergott noch weiter weg.
00:28:37: Das ist ein Satz.
00:28:38: also so explizit als Jude hat doch Mendelssohn ganz selten geschrieben.
00:28:44: Er ist so diskret immer aber hier ist das eindeutig.
00:28:48: aus diesem Grunde mache in den vielen Wahlen, die ich diese Summe von dir dirigiert habe.
00:28:53: Also ... Ich hab's zu Berliner Philharmonikern mitgewacht.
00:28:57: und Berliner Philharmonika haben wir übrigens gesagt, Mensch toll, dass wir das Stück machen!
00:29:01: Das Stück kam seit einundzwanzig Jahren nicht bei uns.
00:29:04: Also so oft wird es nicht gespielt.
00:29:05: Die Italienische, die Schottische wird viel gespielt zurecht aber Reformationssyphonie hat einen berühmten Titelwirt nicht viel gespielt.
00:29:12: man muss auch viel musikalisch machen.
00:29:13: im Mendelssonsten Sinne hoffe ich nämlich flexibel flexible Tempi.
00:29:18: Und deshalb mache ich das Rezitativ nicht, was Mendelssohn dann im Nachhinein geschrieben hat.
00:29:23: Sondern mach so wie auch seine letzte von letzter Hand die Korrektur ist.
00:29:28: Warum?
00:29:29: Naja also... Ich würde jetzt sage ich mal als Komponistenkollegi, würde alles drum geben zwei Minuten solcher Musik zu schreiben wie dieses Ressentativ was ich streiche.
00:29:38: Also nichts dagegen.
00:29:39: aber mir ist es eine zu einfache Brücke zu sagen ah das ist dieser jüdische Satz.
00:29:44: wo muss ich hin?
00:29:45: Zu ein feste Burg ist unser Gott Martin Luther.
00:29:48: Jetzt gehe ich da über diese Brücke gemütlich hin!
00:29:51: Ich finde diesen Clash viel spannender, wenn der jüdische Satz versinkt auf den tiefen G in den Celli und Kontrabessen.
00:29:59: Das ist magisch dieser Moment!
00:30:01: Und dann eben nicht im Forte sondern im Piano.
00:30:05: die Flöte beginnt wie ein Vogel ganz frei.
00:30:09: ein festes Burg ist unser Gott.
00:30:10: Die Oburn sagen auch schöne Idee mache ich mit.
00:30:13: Die Clarinetten vergott das ganze Blech irgendwann so und dann darf man nicht vergessen Genau so ist er eben glühender Christ.
00:30:24: Man spürt das in dieser Musik, diesen letzten Satz kann man nicht treiben wenn man nicht glühend dran glaubt.
00:30:30: und heute werden wir oft ja auch gefragt Ja was bist du denn jetzt eigentlich bis jetzt?
00:30:34: Das oder dass bei Mendelssohn eindeutig beides.
00:30:37: Deshalb ist die Reformationsophonie sein Stück.
00:30:40: deshalb war er auch so empfindlich mit der Kritik an diesem stück.
00:30:44: Zum Abschluss, chronologisch ist es ja die zweite Symphonie und man hört das auch am Schluss des ersten Satzes in der Flöte.
00:30:54: Was ist das?
00:30:54: Das ist Hebriden!
00:30:58: Also das ist fast wörtlich hebriden.
00:30:59: daran merkt man das und die Nummer fünf hat das erst bekommen weil eben Mendelssohn kurz vor seinem Tod in den letzten Lebensjahren eben es erst frei gegeben hat.
00:31:09: zum Druck Und deshalb heißt sie heute Symphonie Nummer fünf.
00:31:13: Manchmal in D-Dur, was ich nicht gut finde ... Sondern in Demol!
00:31:17: Weil dieser Kopfsatz eben so prägend ist.
00:31:19: Das es in Ddur endet.
00:31:21: Brahms hätte gesagt das hört ja jeder Esel.
00:31:24: Vielen Dank Herr Wiedmann und wir freuen uns darauf Sie am ersten November In Leipzig bei den Mendelssohnfesttagen zu erleben.
00:31:31: Vielen herzlichen Dank.
00:31:33: war mir eine Freude.
00:31:41: Sie hörten Musikjournalist Lana Kopfmüller in Gespräch mit dem Komponisten, Klarinettisten, Dirigenten und Mendelssohnpreisträger Leipzig-Zweitausendzechsundzwanzig Jag Wittmann.
00:31:55: Auf den Websites von Mendelssonhaus Leipzig und über Anwuchs
00:31:59: Popcasts
00:32:00: gibt Danke fürs dabei sein!
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